• Freiwillige Einfachheit – Teil 1

    Foto: © Kathrin Sieder

    Lifestyle of Voluntary Simplicity (LOVOS)

    Lebensstil der Freiwilligen Einfachheit

    Mach es anders als die konsumorientierte Überflussgesellschaft:

    • Verzichte auf überflüssigen Konsum (was begehrst du und was brauchst du wirklich?)
    • Befreie dich von Konsumgüter die du hast (gib sie zB in den Kost Nix Laden)
    • Wie beeinflussen dich die Medien? (gib vielleicht deinen Fernseher weg)
    • Entwickle deine eigene Persönlichkeit (nimm dir Zeit für dich)
  • Konsumverzicht

    Am Samstag war ein Artikel im Standard zu der Frage „Ist Konsumverzicht der Weg aus der Krise?“
    Vielleicht macht dir dieser Absatz lust den Artikel zu lesen.
    mach es anders: 

    „Es ist der Konsument mit seiner Unersättlichkeit, seiner nie zu stillenden Begierde nach „Wohlstand“, nach immer mehr, immer neuen Produkten und Dienstleistungen. Wenn wir die Krise überwinden wollen, müssen wir uns von dem Wachstumswahn befreien und lernen, wieder bescheidener zu leben. Statt Fernseh- oder Videokonsum oder Urlaub in der Karibik sollten wir selbst musizieren und die heimische Natur erwandern.“
    „Durch die Art, wie sie sich kleiden, wohnen, den Urlaub verbringen usw., möchten die Konsumenten sich selbst in einer bestimmten Weise darstellen und suchen rückwirkend nach Selbstbestätigung durch diese Inszenierungen. Anders als materielle Bedürfnisse scheint der Hunger nach solchen Inszenierungen in der Tat grenzenlos zu sein.“

    Der Artikel  „Wie gut bin ich?“ von Ursula Lyon in Ihrem Wegbegleiter ist für mich zu diesem Thema ein empfehlenswerter Input.

    „Der Konsum bietet die Möglichkeit, mich nicht nur als derjenige darzustellen, der ich bin, sondern auch der ich sein möchte. „

    „Was Schopenhauer über das Geld gesagt hat – wie beim Seewasser werde man umso durstiger, je mehr man davon trinke – gilt auch für den symbolischen Konsum.“

  • Tipp 03 Tragen Sie Biobaumwolle

    Ich hab vom GREENPEACE Magazin berichtet. Möchte mit euch immer wieder Tipps teilen und aufzeigen wo sie in Wien umgesetzt werden können.

    greenpeace magazin 1.06

    „Kaufen Sie ein Kleidungsstück aus Biobaumwolle“, fordert die britische Modeschöpferin Katharine Hamnett. Recht hat sie. Und weitere werden wohl folgen, denn wer bei Ökomode an Batikhemden und Latzhosen denkt, liegt falsch: Es gibt längst schöne Kleidung, nicht nur für Babys. Tipp: Tauschen Sie zuerst aus, was Ihnen am nächsten ist: Unterwäsche und T-Shirts!
    diese Geschäfte in Wien machens anders:

    greenground

    Die Fair-Fashion Boutique Green Ground wurde 2008 eröffnet, um junge Biomode nach Wien zu bringen.
    In unserem Shop in charmanter Lage präsentieren wir ausschließlich Marken, die sich der umweltbewussten Produktion und dem fairen Handel ihrer Produkte verschrieben haben.

    GREEN GROUND
    Servitengasse 11
    1090 WienT: 01/ 317 08 46
    Öffnungszeiten:
    Mo geschlossen
    Di- Fr 12- 19 Uhr
    Sa 11- 17 Uhr

    PoPoLiNi Filiale Wien 6 

    Es ist zwar ein Babyfachgeschäft aber sie haben auch super tolle Biobaumwollbinden für Frauen.

    (hier bei Blumenkinder zum anschauen.Popolini hats leider nicht auf der Homepage)
    Adresse:
    Otto Bauer Gasse 17
    1060 Wien
    Öffnungszeiten:
    Montag – Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr
    Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr

    GuterStoff der Bioshirt Laden

    Im Laden…
    …kannst Du in Ruhe ein passendes Shirt aussuchen oder auch ein mitgebrachtes Kleidungsstück bedrucken lassen. Natürlich kannst Du auch Deine eigenen Ideen verwirklichen oder direkt im Laden Unterstützung für die Erstellung Deiner Druckvorlage erhalten.
    …findest Du eine hochwertige Auswahl an biologisch, fair und nachhaltig hergestellten Markentextilien und viele Farben, mit denen Du Deine Sachen bedrucken kannst.
    Die üblichen Öffnungszeiten:
    DI-FR 14-19, DO bis 20 Uhr
    oder nach telefonischer Vereinbarung
    Telefon: 0699 1338 4357
    Wo
    Glockengasse 8A
    1020 Wien

  • Müll im Außen und im Innen – brennstoff (Teil 3)

    Teil 3:

    Im ersten Artikel „Nichts als Müll“ von Marianne Gronemeyer geht es um unsere „Müllgesellschaft“. Ein Auszug:

    „Man kann von nahezu allen Industrieprodukten, die fabriziert werden unter der Vorgabe, das Wachstum sein müsse, sagen, dass ihr eigentlicher Daseinszweck darin besteht, Müll zu sein. Sie werden hergestellt, so fordert es die Wachstumslogik, nicht um ihrer Brauchbarkeit und Tauglichkeit willen, sondern um ihrer möglichst schnellen Unbrauchbarkeit und Untauglichkeit.“ (Seite 7/8)
    mach es anders: kaufe Produkte die dafür hergestellt worden sind, dass sie lange Leben und auch repariert werden können. Das bietet dir die GEA Läden, diese verkaufen u.a. Schuhe die lange leben und auch repariert werden wo es nur geht.
    Wie weit dieser Müll mit uns selbst zusammenhängt schreibt weiters Reinhard P. Gruber: “ Ich spreche immer weniger vom Müll, der sich außerhalb eurer selbst auftürmt. Ich spreche immer mehr vom Müll, der euer Innenleben ausmacht. Die Müllhalden, die chaotischen, unüberschaubaren, unbremsbaren Müllhalden sind in euch. Der Müll außer euch, der Außenmüll, stammt von dem Müll den ihr ohne Unterlaß zu euch nimmt.“ (Seite 8)
    mach es anders: beschäftige dich mit deinem Müll in dir. schau hin und beginn in Schritt für Schritt abzutragen. mir hilft dabei die Achtsamkeitsmeditation. Setzte dich dafür einfach aufrecht hin und beobachte was jetzt gerade in deinem Geist abgeht und versuche dich immer wieder auf deinen Atem zu konzentrieren. So schaffst du Platz und Raum für deinen inneren Müll. Er zeigt sich dann ganz von selbst.

  • nichts besitzen bedeutet mehr zu besitzen.


    Wir glauben, wenn wir viel besitzen können wir Glück finden. Dieses Glück hält jedoch nur kurz an und schon braucht man das nächste materielle Stück.
    Eine Geschichte dazu:
    Eines Tages besuchte ein Mann einen berühmten europäischen Rabbi. Dieser ist extra per Schiff von New York nach Europa gereist. Der Rabbi lebte mitten in einer Stadt in einem großem Mietshaus unter dem Dach und der Mann fand den Meister schließlich in einem kleinem Zimmer mit einem Bett, einem Stuhl und ein paar Büchern. Der Mann hatte weit mehr erwartet. Nach der Begrüßung fragte er den Meister: „Rabbi, wo sind Ihre Sachen?“ Der Rabbi fragte zurück: „Wo sind denn die Ihren?“ „Ich bin nur auf der Durchreise.“ antwortete der Mann und der Rabbi entgegnete „ich auch.“ (aus Jack Kornfield: Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens)
    Freude, Glück und Weisheit finden wir nicht durch Besitz, sondern durch die Fähigkeit uns zu öffnen, tief zu lieben und unbefangen und frei durch das Leben zu gehen.
    mach es anders: Schau mal was du alles in deiner Wohnung hast, in deinem Zimmer, bei deinen Eltern, bei Freunden, vor der Tür, im Garten, im Keller, Im Abstellraum,… Trenne dich von so vielen Dingen wie es für dich jetzt möglich ist. Schenk es her an jemanden der es brauchen könnte.
    zB.
    Ute Bock, die sucht immer wieder Sachen. (Weiter unten stehen Sachspenden)
    Obdachlose brauchen Kleidung: räum deinen Kasten aus und bringe es in die Gruft oder Ute Bock

  • Das Buch im kleinem Laden kaufen

    Ja und wenn ich gerade ein Buch empfohlen hab.
    wie oft kaufst du Bücher, CDs usw. bei Amazon, Morawa, Thalia? Großunternehmen.
    Wir fördern das System: einige haben viel Geld und viele andere haben wenig Geld.
    mach es anders: kaufe Sachen in kleinen Läden. Zum Beispiel kannst du buddhistische Literatur beim Oktopus kaufen.

    Octopus Buchhandlung

    Fleischmarkt 16
    1010 Wien, Österreich
    Tel. (+43 1) 512 71 46

    Dort gehe ich jetzt hin und kaufe mir von Jack Kornfield: Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens.

  • Perfektion & Schuldgefühle

    Ajahn Brahm ist ein buddhistischer Mönch.
    Er erzählt (und schreibt) gerne Geschichten. Eine möchte ich euch vorstellen, bei der es darum geht, wie oft wir auf unsere Fehler schauen und unsere guten Seiten kaum sehen.

    Perfektion und Schuldgefühle: Zwei mangelhafte Backsteine

    Von Ajahn Brahm

    (von der der Homepage Rubenbauer)

    Nachdem wir 1983 Land für unser Kloster gekauft hatten, waren wir völlig pleite und steckten bis zum Hals in Schulden. Auf dem Grundstück selbst stand kein einziges Haus, nicht einmal ein Schuppen. In jenen ersten Wochen schliefen wir auf alten Türen, die wir billig auf dem Schuttabladeplatz erstanden hatten.
    Mit untergelegten Backsteinen wurden diese Türen zu Betten, wobei wir als Mönche eines Waldklosters natürlich auf Matratzen verzichteten.
    Der Abt schlief auf der Tür, die am besten erhalten war und über eine angenehm glatte Oberfläche verfügte. Meine hingegen war geriffelt und wies überdies noch ein beachtliches Loch in der Mitte auf, nämlich an jener Stelle, wo einst der Türknauf gesessen hatte. Ich war zwar froh, dass der Knauf überhaupt entfernt worden war, aber nun befand sich mitten auf meiner Schlafunterlage ein Loch. Ich machte Witze darüber, dass ich nicht einmal mehr zum Austreten würde aufstehen müssen, aber zum Lachen war mir eigentlich nicht zumute, denn kalter Wind pfiff nachts durch dieses Loch. In jener Zeit schlief ich sehr schlecht.
    Wir waren arme Mönche, aber wir brauchten ein Dach über dem Kopf. Bauarbeiter konnten wir uns nicht leisten – schon die Kosten für das Material waren ja kaum aufzubringen! Also musste ich das Bauen von Grund auf erlernen: wie man ein Fundament legt, betoniert, mauert, ein Dach zimmert und sanitäre Einrichtungen einbaut, eben alles, was zum Bau gehört.
    Mein bürgerliches Leben als Physiker und Lehrer hatte mich nicht darauf vorbereitet, mit den Händen zu arbeiten. Doch im Verlauf einiger weniger Jahre wurde ich zu einem recht geschickten Bauarbeiter und nannte mein Team schon bald BBC (Buddhistische Bau Company). Der Anfang war allerdings außerorodentlich mühsam.
    Dem Außenstehenden mag Maurerarbeit leicht erscheinen: Man pappt etwas Mörtel auf den Stein, setzt ihn an seine Stelle und klopft ihn ein bisschen fest. Wenn ich aber leicht auf eine Ecke schlug, um eine ebene Oberfläche zu erhalten, stieg eine andere Ecke nach oben. Kaum hatte ich diese auch festgeklopft, tanzte auf einmal der ganze Stein aus der Reihe. Behutsam brachte ich in ihn also wieder in die richtige Position, um gleich danach festzustellen, dass die erste Ecke schon wieder hochragte. Es war zum Verzweifeln. Wenn Sie mir nicht glauben, versuchen Sie’s doch selbst einmal!
    Als Mönch verfügte ich über so viel Geduld und Zeit, wie ich brauchte. Ich gab mir also große Mühe, jeden Backstein perfekt einzupassen, ganz gleich, wie viel Zeit ich dafür benötigte. Und irgendwann war die erste Backsteinmauer meines Lebens fertig gestellt. Voller Stolz trat ich einen Schritt zurück, um mein Werk zu begutachten. Erst da fiel mir auf – das durfte doch nicht wahr sein! -, dass zwei Backsteine das Regelmaß störten. Alle anderen Steine waren ordentlich zusammengesetzt worden, aber diese zwei saßen ganz schief in der Mauer. Ein grauenvoller Anblick! Zwei Steine hatten mir die ganze Mauer versaut.
    Der Zementmörtel war inzwischen fest geworden. Also konnte ich diese Steine nicht einfach herausziehen und ersetzen. Ich ging zu meinem Abt und fragte, ob ich die Mauer niederreißen oder in die Luft jagen und neu anfangen dürfte. »Nein«, erwiderte der Abt, »die Mauer bleibt so stehen, wie sie ist.«
    Als ich die ersten Besucher durch unser neues Kloster führte, vermied ich es stets, mit ihnen an dieser Mauer vorbeizugehen. Ich hasste den Gedanken, dass jemand dieses Stümperwerk sehen könnte. Etwa drei oder vier Monate später wanderte ich mit einem Gast über unser Terrain. Plötzlich fiel sein Blick auf meine Schandmauer.
    »Das ist aber eine schöne Mauer«, bemerkte er wie nebenbei.
    »Sir, erwiderte ich überrascht, »haben Sie etwa Ihre Brille im Auto vergessen? Oder einen Sehfehler? Fallen Ihnen denn die zwei schief eingesetzten Backsteine nicht auf, die die ganze Mauer verschandeln?«
    Seine nächsten Worte veränderten meine Einstellung zur Mauer, zu mir selbst und zu vielen Aspekten des Lebens.
    »Ja«, sagte er. »Ich sehe die beiden mangelhaft ausgerichteten Backsteine. Aber ich sehe auch 998 gut eingesetzte Steine.«
    Ich war überwältigt. Zum ersten Mal seit drei Monaten sah ich neben den beiden mangelhaften Steinen auch andere Backsteine. Oberhalb und unterhalb der schiefen Steine, zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten befanden sich perfekte Steine, ganz gerade eingesetzt. Ihre Zahl überwog die der schlechten Steine bei weitem.
    Bis dahin hatte ich mich ausschließlich auf meine beiden Fehler konzentriert und war allem anderen gegenüber blind gewesen. Deshalb konnte ich den Anblick der Mauer nicht ertragen und wollte ihn anderen Menschen auch nicht zumuten. Deshalb hatte ich das Werk vernichten wollen. Doch als ich jetzt die ordentlichen Backsteine betrachtete, schien die Mauer überhaupt nicht mehr grauenvoll auszusehen. Der Besucher hatte schon Recht: Es war wirklich eine sehr schöne Mauer. Jetzt, zwanzig Jahre später, steht sie immer noch, und inzwischen habe ich längst vergessen, an welcher Stelle die mangelhaften Backsteine stecken. Ich kann sie mittlerweile tatsächlich nicht mehr sehen.
    Viele Menschen beenden eine Beziehung oder reichen die Scheidung ein, weil sie bei ihrem Partner nichts anderes mehr sehen als »zwei mangelhafte Steine«. Viele leiden an Depressionen, und manche hegen sogar Selbstmordgedanken, weil sie nichts anderes als »zwei mangelhafte Steine« in sich erkennen können. In Wahrheit gibt es jede Menge guter Steine, perfekter Steine – oberhalb und unterhalb unserer Fehler, zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten – aber manchmal können wir sie einfach nicht sehen. Stattdessen konzentriert sich unser Blick ausschließlich auf die Fehler. Wir schauen nur auf den Makel und überlegen, wie wir ihn entfernen können. Und leider vernichten wir auf diese Weise so manche »schöne Mauer«.
    Jeder von uns hat zwei mangelhafte Steine, aber die perfekten Steine sind so viel zahlreicher. Haben wir dies erst einmal erkannt, sieht die Welt schon viel besser aus. Wir können dann nicht nur mit uns selbst und unseren Fehlern in Frieden leben, sondern auch das Zusammensein mit einem Partner genießen. Das ist eine schlechte Nachricht für Scheidungsanwälte, aber eine gute für Sie!
    Ich erzähle diese Anekdote oft. Irgendwann einmal sprach mich ein Baumeister darauf an und verriet mir ein Berufsgeheimnis.
    »Wir machen bei der Arbeit immer wieder mal Fehler«, sagte er, »aber unseren Kunden erklären wir, dass es sich dabei um “eine besondere Eigenheit” handelt, wodurch sich dieses Haus von den anderen in der Nachbarschaft unterscheidet. Und dafür berechnen wir dann ein paar tausend Dollar extra!«
    Manche »besondere Eigenheit« an Ihrem Haus galt wahrscheinlich auch ursprünglich als Fehler. Doch was Sie in sich selbst, an Ihrem Partner oder überhaupt am Dasein als Makel betrachtet haben, kann sich zu einer »besonderen Eigenheit« wandeln, die Ihr Leben bereichert. Sie sollten nur endlich aufhören, sich ausschließlich auf die negativen Aspekte zu konzentrieren.
    (Diese Geschichte stammt aus Ajahn Brahms wundervollem Buch Die Kuh, die weinte. Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück.)